In diesem Jahr kann die katholische Frauengemeinschaft Waldulm ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Am 20. April 1917 trug der damalige Pfarrer von Waldulm, Albert Fritz, die Gründung des „Müttervereins Waldulm“ in sein kirchliches Verkündbuch ein. In der Gründungsurkunde, die in lateinischer Sprache abgefasst war, wurde diese Gebets- und Glaubensgemeinschaft unter den besonderen Schutz der Gottesmutter gestellt. Die Nöte und Sorgen der Familien während des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden Nachkriegsjahre konnten im gemeinsamen Gebet und der aktiv gelebten Gemeinschaft besser bewältigt werden. Sich gegenseitig zu unterstützen und Halt zu geben in sehr schwieriger Zeit, darin sah die Gemeinschaft von Müttern ihre zentrale Aufgabe.
Als unter Pfarrer Wilhelm Fichter, dem Gründer der Winzergenossenschaft Waldulm, ein Teil der alten Pfarrscheune zum „Josefsaal“ umgebaut wurde, trafen sich die Frauen dort auch zu weiterbildenden Kursen und Vorträgen und geselligen Veranstaltungen. Frauen der Dorfschullehrer wie Frau Wiehl, Frau Schüssler oder Frau Traub übernahmen unter der Schirmherrschaft der Pfarrer in den ersten Jahren die Verantwortung und setzten sich aktiv für die Aufgaben der Gruppe ein.
Im Jahre 1971 übernahm Marianne Hund die Leitung - und behielt diese 20 Jahre lang. Der „Mütterverein“ wurde schließlich in „katholische Frauengemeinschaft“ umbenannt. Damit verbunden war eine Öffnung und Neuausrichtung der Gemeinschaft, gerade auch für jüngere Frauen. 1992 übernahm Dorothee Finner die Leitung der Frauengemeinschaft. Der Vorsitzenden und ihrem Vorstandsteam gelang es in den 13 Jahren unter ihrer Führung stets, ein attraktives und vielseitiges Veranstaltungsprogramm anzubieten. Seit dem Jahr 2004 liegt die Verantwortung für die katholische Frauengemeinschaft Waldulm in den Händen eines Leitungsteams. Das Angebot der Gemeinschaft ist breit gefächert, damit sich jede Frau angesprochen fühlt. Neben jährlich wiederkehrenden Aufgaben, wie beispielsweise Krankenbesuchsdiensten und der Mithilfe bei der Seniorenfeier, werden auch Wanderungen und Ausflüge unternommen. Zudem dürfen Veranstaltungen zu den Themen Gesundheit und Ernährung sowie kreative Abende und Frauenfrühstücke im Jahresprogramm nicht fehlen.
Ein fester Bestandteil im Programm der Frauengemeinschäft ist die Maiandacht mit anschließendem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Der Erlös wird jedes Jahr dem Bauförderverein der Pfarrgemeinde St. Albin Waldulm gespendet. Im Jubiläumsjahr hat die katholische Frauengemeinschaft Waldulm ca. 50 Mitglieder. Gemeinsam besteht die Möglichkeit, die Pfarrgemeinde aktiv mitzugestalten, Aufgaben darin zu übernehmen, den persönlichen Glauben weiterzugeben und Gemeinschaft zu erleben. Das Jubiläum wird im Rahmen des Patroziniums der Kirche St. Albin am kommenden Sonntag, 30.4.2017, fast auf den Tag genau hundert Jahre nach der Gründung gefeiert.
Seit 1975 gehört die Frauengemeinschaft Waldulm dem Bundesverband der „katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands“ (kfd) an. Der kfd-Bundesverband ist mit über 500.000 Mitgliedern der größte Frauenverband Deutschlands. Das gemeinsame Leitbild lautet: Leidenschaftlich glauben und leben. Der Verband setzt sich auf vielfältige Weise für die Interessen der Frauen in Kirche, Gesellschaft und Politik ein, arbeitet beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken oder dem Deutschen Frauenrat mit und kooperiert mit anderen katholischen Verbänden. Zudem bringt sich die kfd bei Bischöfen, Ministern und Verbänden ein, um grundlegende Entscheidungen und Gesetze mitzugestalten. Die seit 1. Juli 2014 eingeführte Rentenberechnung, wobei Mütter einen zusätzlichen Entgeltpunkt für die Erziehung jedes Kindes erhalten, das vor 1992 geboren wurde, ist ein toller Erfolg für die politische Lobbyarbeit der kfd. Nur, wenn der Verband viele Mitglieder hat, erhält er in Kirche, Gesellschaft und Politik eine Chance, gehört zu werden, und kann sich so zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen. Auch aufgrund dieser Tatsache freut sich das Aktivteam der Frauengemeinschaft Waldulm sehr über jedes neue Mitglied.



