Seit 1974 engagieren sich Frauen und Männer in Ottenhöfen und Seebach in der Aktion „Essen auf Rädern“, sie leben den Solidarpakt und sorgen dafür, dass vor allem ältere Mitbürger in ihrem Zuhause bleiben können. Mit der Verabschiedung von Irmgard Sackmann, die 23 Jahre lang „die gute Seele“ der Gruppe war, ging nun eine Aera zuende.
Hans Fischer blickte in seinem Jahresbericht auf ein „Gott sei Dank unfallfreies Jahr 2022“ zurück. Täglich, auch an Feiertagen seien im hinteren Achertal zwei Fahrer unterwegs und versorgen die Kunden mit einer warmen Mahlzeit, das sind an 313 Tagen 8.701 Essen an 56 Abnehmer, so listete er auf. Die Fahrerinnen und Fahrer seien in vielen Fällen die einzigen Bezugspersonen und Gesprächspartner. Er dankte auch dem Organisationsteam in Achern und der Küche im Ortenau Klinikum für die gute Zusammenarbeit und freute sich, dass immer wieder neue Mitglieder für die Gruppe in Ottenhöfen und Seebach gefunden werden konnten. Fischer schloss mit dem ausführlichen Kassenbericht, wofür ihm Elke Steimle als Kassenprüferin beste Buchführung bescheinigte.
Den anschließenden Ehrungsreigen eröffnete Werner Schnurr, der seit zehn Jahren Bei „Essen auf Rädern“ aktiv dabei ist und seit 2018 auch Irmgard Sackmann bei den Organisationsaufgaben unterstützt. Hans Fischer betonte, dass die Gruppe sehr erleichtert war, als sich Schnurr bereit erklärte, die Organisation der Gruppe nach deren Ausscheiden zu übernehmen.
Werner Schnurr übernahm dann auch gleich die weitere Führung durch den Abend mit der Ehrung von Hans Fischer für dessen 15jährige Tätigkeit als Kassier, was die aufwendige Abrechnung mit den Kunden beinhalte, aber auch mit der „Essen auf Rädern“-Zentrale in Achern sowie die Fahr- und Spritgeldauszahlungen für die Gruppenmitglieder. Verabschiedet wurde aus Altersgründen dann Hans Schmitt, der fast zwölf Jahre als Fahrer im Achertal unterwegs war. Mit ihm zusammen habe er etabliert, dass jeweils mit zwei Autos die Essen ausgefahren werden, damit auch der letzte Kunde sein Essen noch warm bekommt.
In seiner Laudatio zur Verabschiedung von Irmgard Sackmann ging Werner Schnurr auch auf die Anfänge der Gruppe im Achertal ein, damals unter der Leitung von Charlotte Fuchs. Von ihr habe sie auch 2002 das Amt in der Organisation übernommen, bis 2013 sei sie aber auch noch selbst als Fahrerin unterwegs gewesen. Zur Organisation gehörten nicht nur die verschiedenen Listen, die sie noch handschriftlich verfasst habe, sondern auch der Kontakt zu den Kunden, deren Aufklärung über die verschiedenen Essensangebote mit den unzähligen Varianten, wie auch zum Team in Achern. Alle Geehrten und Verabschiedeten erhielten als Dank jeweils ein Präsent.
Dem Dank schlossen sich auch Karl Römer vom Organisationsteam Achern und die beiden Bürgermeister von Ottenhöfen und Seebach, Hans-Jürgen Decker und Reinhard Schmälzle, an. Sie waren sich einige darin, wie wichtig und unbezahlbar der auch zeitaufwändige sozial-caritative Dienst der Gruppe sei, beonsders in Anbetracht der schwierigen Topografie des hinteren Achertals, und freuten sich über die nahtlose Übergabe in der Leitung der Organisation.

Bürgermeister Hans-Jürgen Decker, Hans Fischer, Irmgard Sackmann, Werner Schnurr,
Hans Schmitt, hinten Karl Römer und Bürgermeister Reinhard Schmälzle
