Eine Welt Gruppe - Kappelrodeck

 
 
Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag
von 9.00 bis 12.00 Uhr
Marktplatz 114
77876 Kappelrodeck
  
 

 
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun, wird sich das Gesicht der Welt verändern.“ Dieser Satz fasst gut zusammen, was sich die Weltläden auf die Fahne geschrieben haben. Auch in Kappelrodeck gibt es eine Gruppe von derzeit 18 Frauen und zwei Männer, die sich aktiv und intensiv des Themas annehmen. Der in der Ortsmitte gelegene Weltladen „Lichtblick“ bildet den Mittelpunkt des Agierens. Die Trägerschaft hat die katholische Pfarrgemeinde übernommen. 
 
Die Gruppe wurde vor mehr als 20 Jahren auf Initiative von Helga Klär gegründet. Erste Verkäufe eines kleinen Sortiments fair gehandelter Produkte hatten bei kirchlichen Veranstaltungen im Gemeindezentrum stattgefunden. Später diente ein Raum des ehemaligen Geschirrladens Berger als Verkaufsfläche. Eine seit 2010 angemietete Räumlichkeit in zentraler Lage des Ortes (Marktplatz 114) bietet jetzt großzügig Platz für das mittlerweile sehr facettenreiche Sortiment. Das Angebot erstreckt sich über Kaffee, Tee, Reis, Kakao, Schokolade, Gebäck, Öle und Nudeln bis hin zu kunsthandwerklich gefertigten Waren, Schmuck, Accessoires und Geschenkartikel, Produkte aus Speckstein, Recyclingprodukte usw.  Seit Sommer 2020 wrude das Sortiment erweitert - es gibt zwischenzeitlich ökologische Putz- und Waschmittel von SONETT, die teilweise sogar im laden nachgefüllt werden können.
Der Erlös aus dem Verkauf der Olivenholz- Figuren geht direkt nach Palästina. Außerdem kann immer wieder das Spendenkässchen geleert werden, der Betrag kommt dann der Armenspeisung in El Salvador zugute. 
 
In den Laden kommen immer wieder auch Schulklassen und Kommunionsgruppen zu Besuch. Denn ein großes Anliegen ist es neben dem Verkauf von Waren, auch bei der jungen Generation das Bewusstsein für Fairen Handel zu schaffen. „Lichtblick“ ist außerdem Sammelstelle für alte Handys sowie Plattform für Aktionstage zu verschiedenen Themenbereichen wie das Mango-Projekt von GEPA. Der Fair-Trade-Laden ist dienstags bis samstags immer vormittags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.
 
Thea Schmidt, Koordinatorin der Eine-Welt-Gruppe in Kappelrodeck, möchte „das Bewusstsein der Bevölkerung stärken, dass ,billig’ auf Kosten anderer geht! Deshalb liegt mir die Bildungsarbeit in Kooperation mit den Schulen auch sehr am Herzen.“ Ihr ist es „vor allem auch als Christin nicht egal, wie es den Menschen auf der anderen Seite der Erde geht.“
 
Mit dem eigenen Kaufverhalten könne man seinen Teil dazu beitragen, wie gut andere Menschen von dem, was sie herstellen, leben können. Konsumenten treffen fast täglich Kaufentscheidungen: Wer hat die Bohnen für meinen Kaffee geerntet, wer meine Jeans genäht, mein Smartphone hergestellt, wie viel Kinderarbeit steckt in meiner Schokolade bzw. der Kakaoernte, die dafür notwendig ist, und so weiter. Ein Satz des brasilianischen Bischofs und Moraltheologen Dom Helder Camara bringt sehr gut auf den Punkt, was die Eine-Welt-Organisationen in ihrem Tun antreibt: „Wenn die Länder des Überflusses den armen Ländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützungen und die Hilfspläne für sich behalten.“ Thea Schmidt ist auch froh und dankbar, eine so starke über lange Jahre engagierte und verlässliche Gruppe hinter sich zu haben, wo sich eine auf die andere verlassen kann.
 
Die allesamt ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind davon überzeugt, dass man die Welt ein bisschen zum Besseren fair-ändern kann. Sie sehen dabei auch „die größeren Zusammenhänge, wie die Menschheit zu einer geeinteren Welt zusammenwachsen kann.“
 
In der Vergangenheit wurden auchb immer wieder ganz verschiedene Projekte unterstützt, wie z. B. ein Krankenhaus in Kamerun, Nothilfe für Familien nach einem Erdbeben in Chile, ein Wasserprojekt und ein Schulprojekt auf Haiti, Zuckerrohrbauern auf den Pfhilippinen nach dem Taifun, Unterstützung von Familien in Syrien, Nothilfe für Kinder im Jemen, Altenspeisung in El Salvador. 
 
Corona-Krise trifft Handelsparter hart
 
Die Corona-Krise hat die ganze Welt erfasst - unsere Handelpartner in Afrika, Asien und Lateinamerika sind besonders stark betroffen. Viele von ihnen können wegen der Ausgangssperren derzeit nicht in ihren Werkstätten arbeiten, fertig produzierte Ware kannt teilweise nicht verschifft werden und der Verkauf im Inland ist zum Erliegen gekommen. In dieser schwierigen Situation können sie in der Regel nicht auf Rettungsschirme, Zuschüsse ode Steuersenkungen ihrer Regierungen hoffen.
 
Weläden setzten ein Zeichen für internationale Solidarität
 
Auch in Krisenzeiten handeln Weltläden anders als andere. Mit der aktion #fairwertsteuer geben wir die Mehrwertsteuer-Absenkung an einen Fonds zur Unterstützung von Handelspartnern weiter, die besonders von der Krise betroffen sind. So zeigen wir, dass wir auch in schwierigen Zeiten fest an der Seite unserer Partner stehen.
Träger der Aktion sind der Weltladen-Dachverband e.V., das Forum Fairer Handel e. V., die Fair-Handels-Beratung sowie zahlreiche Fair-Handels-Unternehmen. Weitere Infos: www.fairwertsteuer.de